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Das Lappenchamäleon

Das
Lappenchamäleon gehört zu den mittelgroßen Chamäleonarten.
Herkunft und Systematik
Tropisches und Südliches Afrika ohne der westlich von Nigeria
gelegenen Länder
Das Chamaeleo
dilepis (mit den unter- und nah- verwandten Arten) ist die
Chamäleonart die wahrscheinlich das größte Verbreitungsgebiet
innerhalb der Familie der Chamäleons besiedelt.
Zurzeit werden folgende Unterarten
anerkannt:
Chamaeleo d.petersii (Gray 1865, Mosambik)
Chamaeleo d.isabellinus (Günther 1893, Shire Highlands in S
Malawi)
Chamaeleo d.idjwiensis (Loveridge 1942, Uganda O Zaire)
Chamaeleo d.martensi (Mertens 1964, Insel Pemba,Tansania)
Als selbständige aber nah verwandte
Arten gelten:
Chamaeleo d.quilensis (Boccage 1966)
Chamaeleo d.roperi (Boulenger 1890)
Chamaeleo d.ruspolii (Boettger
1893)
Ihr Status ist wie bei vielen anderen Unterarten aber nicht
vollständig
geklärt
.
Biotop
Wälder- Busch- und Gras- Savannen, eher offene
trockenere Landschaftsformen
Auf Bäumen und Büschen, aber auch auf hohen Gräsern, selten
auf dem Boden.
Beschreibung
Die erreichbare
Größe variiert nach dem genauen Herkunftsgebiet der Tiere-
einige Popularitionen (Südliches Afrika) werden nur bis zu ca.
20 cm groß- ansonsten können Männchen eine Größe von ca. 35 cm
erreichen, bei dieser Art werden die Weibchen etwas größer-
bis zu ca. 42 cm
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Auffallendstes
Merkmal dieser Chamäleons sind ihre großen
Occipitallappen an deren Form man auch die
nahverwandten Arten unterscheiden kann.
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Ansonsten besitzen diese Chamäleons die typische Chamäleon-
Form, sind gleichmäßig beschuppt und recht unauffällig in
ihrer Grundfärbung (Grün, Braun, Grau, Gelb)
Bei Stress Ärger und Angst zeigen sie ein auffälliges
Punktmuster (Schwarze Punkte) und einen farblich abgehobenen
Strich von der Schulter bis zur Körpermitte.

Bild: Punktmuster eines gestressten Ch.
dilepis
Diese Chamäleonart ist eine sehr
lebhafte, scheue aber auch ängstliche und aggressive Art. Die
Weibchen verhalten sich gegenüber den männlichen Tieren
dominant.
Erwähnen möchte ich auch,
dass diese Chamäleonart bei zuviel Stress, Bedrohung und
Angst, wie auch manche andere Chamäleonarten (z. B. Erd/
Stummelschwanzchamäleons), in einen Akinese Zustand fallen
können, von dem sie sich nur langsam wieder erholen.
Sie fallen in einen todesähnlichen Zustand- sie färben sich
dunkel/ schwarz und fallen einfach vom Ast.
Mein Ch.dilepis- Baby ist beim Anblick eines adulten
Bradypodion fischerii Männchens 2 m vom Ast gefallen- was
einige Aufregung verursachte.
(schwitz!!)
Biologie und Haltung
Das Chamäleon dilepis ist eine recht aggressive, scheue
Chamäleonart und unverträglich, nicht nur gegenüber
Artgenossen, deshalb sind sie hauptsächlich Einzelgänger.
Die Weibchen dieser Art übertreffen die Männchen in der Größe
und sind ihnen deshalb auch überlegen. In den Biotopen
beanspruchen sie die besten Plätze, bilden Territorien aus und
vertreiben die adulten Männchen und die Jungtiere auf eine
niedere Ebene.
Nur in der kurzen Paarungszeit dulden die Weibchen ein
Eindringen in ihr Territorium und ein sich Annähern des
Männchens.
Terrarium
Ein geräumiges, gut belüftetes und gut beleuchtetes Terrarium-
am besten 3 Seiten aus Gaze
Die Haltung am Blumenfenster, beheizbaren Wintergarten oder
eine freie Raumhaltung (unter Schaffung der artspezifischen
Bedingungen) ist möglich
Temperatur:
am Tag ein
Temperaturgefälle von ca. 25 - 28°C , Wärmespots 35°C,
Nachtabsenkung auf 18 - 22°C (Zimmertemperatur )
Luftfeuchtigkeit:
tagsüber um die
50%, nachts auf 80% ansteigend,
2 x am Tag sprühen (morgens und abends)
Beleuchtung:
Wärmespots (z.B.Baskingspot Lamp
oder/ und 4 Farben- Spektrum Lampe von Euro-Zoo)
Neonröhren mit Vorschaltgeräten (wasserdichte Variante von
Vorteil), z.B. Daylight von Reptistar und die Arcadia D3
Leuchtstoffröhre
In größeren Terrarien HQI oder HQL Lampen
Einrichtung:
viele Kletteräste, echte
Pflanzen (versch. Palmenarten, Ficus benjamin, Hängepflanzen
ect.),
Sichtschutz auf andere Reptilien,
genügend Rückzugsmöglichkeiten (Sichtschutz)
Die Weibchen brauchen einen ca. 15cm dicken Bodengrund z.B.
ein Sand- Torfgemisch (1: 3) oder ungedüngte Blumenerde, um
ihre Eier abzulegen (auch ohne Verpaarung ist ein Bodengrund
nötig!!)

Bild: schlafendes Ch. dilepis
Ernährung
Alle handelsüblichen Futterinsekten (Heimchen, Grillen,
Heuschrecken, Zophobas, Mehlwürmer, Wachsmotten, Fliegen), im
Sommer gekeschte Insekten, Spinnen, Gehäuseschnecken etc.
Zusätzlich zum Sprühen
tränke ich meine Chamäleons ca.1 x die Woche mit Hilfe einer
Pipette.
Manche Chamäleons gewöhnen sich auch an eine Tropftränke,
Wasserfall, Nagertränke etc. (unbedingt das Trinkverhalten
beobachten)
Wichtig:
Die zusätzliche Gabe von
Vitaminen und Mineralstoffen (Futtertiere bestäuben), z.B.
Reptivite von Zoo Med oder Nekton MSA, sind für alle
Terrarientiere sehr wichtig.
Grob geriebene Sepiaschale z. B. kann man in denTerrarien
immer anbieten. Bei Bedarf "schiessen" die Chamäleons
selbständig kleine Stücke davon.
Fortpflanzung
Die
Paarungsbereitschaft der Weibchen zeigt sich durch eine
Farbveränderung (gelbe Punkte auf grünem Untergrund).
Zu diesem Zeitpunkt können die Tiere zusammengesetzt werden.
Das Weibchen reagiert auf die Anwesenheit des Männchens mit
leichtem Drohen, langsamer Flucht, oder es bleibt einfach
ruhig sitzen. Das Männchen besteigt das Weibchen ohne
Balzverhalten zügig von Hinten. Die Paarung kann bis zu einer
Stunde dauern. Nach der Paarung trennt man die Geschlechter
sofort wieder.
Etwa 30 bis 50 Tage später legt das Weibchen, in einem
selbstgegrabenen Gang, ca. 50 Eier.
Nach ungefähr 150 bis 300 Tagen schlüpfen die Jungtiere (~ 37
mm groß)
Wegen ihrer
Aggressivität ist die Einzelaufzucht der Jungtiere in
Kleinterrarien unbedingt nötig.
Nach ca.1 Jahr
erreichen sie ihre Geschlechtsreife.
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