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  Home Chamäleons Rhampholeon brevicaudatus Donnerstag, 11. März 2010  
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Rieppeleon (früher Rhampholeon) brevicaudatus
Matschie, 1892
Terra typica: Derema, Usambara Mts, Tansania.

Rhampholeon brevicaudatus gehört zu den Erd/ Stummelschwanzchamäleons (Unterfamilie Brookesiinae= gebildet aus den Gattungen Brookesia und Rhampholeon), deren Vorkommen auf Madagaskar und Afrika beschränkt ist.
NEU- Änderungen in der Taxonomie:
Die Unterfamilie der BROOKESIINAE (Erd- oder Stummelschwanzchamäleons) teilt sich nun- statt wie bisher 2 Gattungen - Brookesia und Rhampholeon- in 3 Gattungen , da einige Chamäleonarten aus der ursprünglichen Gattung Rhampoleon herausgenommen- und als eigenständige (3.) Gattung Rieppeleon eingestuft wurden. Die Gattung Rhampoleon wurde gleichzeitig in 3 Untergattungen unterteilt: Rhampholeon, Bicuspis und Rhinodigitum. Mehr darüber ist in- Systematik der Chamäleons- zu lesen

Rieppeleon brevicaudatus
Männchen von Rieppeleon brevicaudatus

Vorkommen
Der Lebensraum von Rieppeleon brevicaudatus liegt weit verbreitet (l. Schmidt 2002, Spawls et al. 2002 und Engel- veröffentlicht im Reptilia Nr:48/ 2004) in den Usambara- Udzwunge- und in den Uluguru- Bergen /Tansania, aber auch im nördlichen Tansania bis wahrscheinlich nach Mosambik, und im gesamten Küstenbereich des südlichen Kenias.
Laut dem Buch von P. Necas und W. Schmidt (Stummelschwanzchamäleons 2004) ist das Verbreitungsgebiet von Rieppeleon brevicaudatus aber sehr begrenzt- nur in den östlichen Usambara- und Uluguru- Bergen..

Welche Version jetzt wirklich Gültigkeit besitzt, ist mir nicht genau bekannt- aber allein die Tatsache, dass so viele Wildfänge in den Handel gelangen, spricht für die Annahme eines großen Besiedelungsgebietes.

Lebensraum
Rieppeleon brevicaudatus besiedelt die feuchtwarmen Regen/ Bergwälder in Küstennähe und Dickichte bis in eine Höhe von 1300 m (v. d. Meereshöhe an gemessen) Diese immergrünen und regenreichen Gebiete bieten eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit, wärend die Tagestemperaturen unter dem geschlossenen Blätterdach des Waldes ca. 25 °C erreichen und nachts um einige Grade abfallen.

Der direkte Lebensraum der Tiere umfasst sowohl den Boden mit der dichten Laubschicht, wie auch die Gestrüpp- und Buschvegetation- aber auch (besonders nachts zum Schlafen) Geäst in einigen Metern Höhe.

Beschreibung
Rieppeleon brevicaudatus erreichen eine durchschnittliche Größe von ca. 80 mm. Davon fallen 5- 6 cm auf die KRL (Körperrumpflänge), und 1- 2 cm auf den Stummelschwanz.
Das größte gefundene Tier erreichte eine GL (Gesamtlänge) von  94 mm (Barbour und Loveridge 1928)

Die Weibchen von Rieppeleon brevicaudatus ähneln seitlich in ihrer Körperform stark an ein Blatt, sie sind rundlicher geformt als die Männchen.
Die Männchen sind allgemein schmaler und länglicher geformt, am Schwanzansatz ist die verdickte Schwanzwurzel- in der sich die Hemipenes befinden- gut erkennbar.
Am Rücken der Tiere befindet sich ein kleiner Rückenkamm, die Grundfärbung kann in  Beige, Braun, Grau oder auch rötlichen Tönen variiren. Ein Lateralstreifen führt von der Temporalkante am Kopf bis zum Schwanzansatz.
Wenn die Chamäleons gestresst sind oder Balzverhalten zeigen, erscheint am gesamten Körper der Tiere ein dünkleres längsförmiges Streifenmuster. Die Tiere besitzen durch ihr Verhalten und durch ihre Farbanpassung an den Lebensraum eine ausgezeichnete Tarnfähigkeit-  sie sind auch in einem gut strukturierten Terrarium oft kaum zu entdecken.

Haltung
Auch bei diesen kleinen Arten ist der Grundgedanke betreffend der Terrariengröße: je größer desto besser. Rieppeleon brevicaudatus sind untereinander relativ unverträglich, sie reagieren leicht gestresst bei gegenseitiger Wahrnahme (nicht nur durch die Ansicht eines weiteren Chamäleons, sondern auch durch das "Vibrations/ Körperzittern als Komunikationsform- mehr Infos darüber weiter unten) im begrenzten Raum des Terrariums.
Möglich ist die Haltung von einem Männchen und einem oder mehreren Weibchen, offensichtlich gestresste Tiere müssen getrennt werden.

Das Terrarium selbst sollte eine ausreichende Bodenfläche und Höhe aufweisen. Ich selbst pflege meine Tiere in einem Terrarium der Größe (Hx Lx B) 120 x 80 x 50 cm, wobei meine Tiere im gesamten angebotenen Raum zu finden sind- also auch die Höhe nützen.

Die Lüftungsflächen sollten nicht zu groß sein, um die erforderliche hohe Luftfeuchtigkeit von 70- 100% herstellen und auch halten zu können.
Ein Temperaturgefälle von unten nach oben bei tagsüber etwa 22°C bis höchstens 27°C , nachts abfallend auf 18- 20°C

Um die Temperaturen zu erreichen benutze ich in meinen Terrarium 2 Leuchtstoffröhren (Arcadia) mit Vorschaltgeräten und einen Wärmespot, den ich aber nur zeitweilig dazu schalte.

Wie auch bei der Haltung anderer Reptilienarten, empfiehlt es sich die Seiten- und Rückwand des Terrariums blickdicht zu gestalten.  

Der Bodengrund für die Erd/Stummelschwanzchamäleons sollte aus einer 5- 7 cm dicken Substratschicht (z.B. ein Erd/ Sandgemisch) bestehen, auf die man noch ein Streusubstrat (Rindenmulch, Korkstreu etc.) aufbringen kann. Die oberste Schicht des Bodens sollte aber aus einer Laubschicht bestehen. Dieses ist auch im Handel zu beziehen (z.B. Buchenlaub) aber ich sammle diverse Blätter, die ich nach dem Trocknen ins Terrarium einbringe.
Noch nie habe ich mir deshalb irgendwelche Schädlinge eingeschleppt. Ein bischen Sorgfalt bei der Auswahl der Blätter schadet allerdings nicht :), man könnte die Blätter auch im Backrohr trocknen....

Als weitere Einrichtung des Terrariums eignen sich diverse echte Pflanzen wie Efeutute, Ficus benjamin etc., einige Äste (die ruhig recht dick sein können), Korkrindenstücke etc.
Je dichter und gut strukturierter das Terrarium, um so wohler und sicherer fühlen sich auch die Chamäleons.

Die Ernährung der Tiere besteht aus kleinen Futtertieren wie Mikroheimchen und kl. Heuschrecken, Drosophila, kleinen Wachsmaden und Motten, Spinnen etc.
Die Insekten sollten die Maulbreite der Chamäleons nicht wesentlich überschreiten.
Wichtig ist die zusätzliche Gabe von Vitamin und Mineralsstoffpräparaten.

Rieppeleon brevicaudatus
Rieppeleon brevicaudatus

Fortpflanzung
Etwa 30- 45 Tage nach erfolgter Paarung legt das Weibchen ein Gelege von 3- 6 Eier ab.
Dafür gräbt sie eine etwa 1 bis 5 cm tiefe Eigrube in das Substrat, die sie auch sorgfältig wieder verschließt.
Falls man das Glück hat, die Eiablage beobachten zu können, sollte man das Gelege entnehmen und im Inkubator reifen lassen. Die Eier sind bei der Ablage etwa 10-12 mm lang und 5mm dick.
Leider erfolgt die Eiablage oft unbemerkt, das birgt das Risiko, dass im Terrarium verbliebene Futtertiere die Eier anfressen, oder dass der Eiablageplatz so ungünstig gewählt wurde (zu feucht/ zu trocken), dass die Embryos in den Eiern absterben.
Im Idealfall schlüpfen etwa nach 3-4 Monaten die Jungtiere.
Nach dem Schlupf haben die Jungtiere eine Größe von 15- 25 mm. Sie werden mit Drosophila und Microheimchen gefüttert und sollten einzeln aufgezogen werden.
Nach ca.einem Jahr erreichen Rieppeleon brevicaudatus ihre Geschlechtsreife.

Rieppeleon brevicaudatus Weibchen sind durch Spermaspeicherung zur Vorratsbefruchtung (Amphigonia retardata) befähigt.

Tip: Im Handel wird Rieppeleon brevicaudatus sehr oft als Rhampholeon kerstenii bezeichnet und angeboten, Rieppeleon kerstenii sind aber weitaus seltener zu beziehen. Das augenscheinlichste Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Arten Rieppeleon brevicaudatus und Rieppeleon kerstenii sind die fehlenden kleinen Hautschuppen (kleines Segel) an der Kehle bei R. kerstenii.

Besonderheiten

Verteidigungsstrategie- Akinese
Eine erfolgreiche und meist lebenserhaltende "Schutzstrategie" von Erd/ Stummelschwanzchamäleons, auch von Rieppeleon brevicaudatus, ist es sich bei (vermeintliche und tatsächlicher) Gefahr tot zu stellen. Dieses Verhalten, ausgelöst durch einen Reflex, nennt sich Akinese.

Das betroffene Tier läßt sich einfach fallen und verharrt einige Zeit bewegnugslos "wie tot". Das optische Erscheinungsbild der im Akinesezustand befindlichen Chamäleons wird angepasst- die Augen werden komplett eingezogen, die Färbung der Chamäleons wird dunkel, schwarz, das Körpervolumen wird auf auf wenige mm zusammen gezogen etc..
Da viele Angreifer nur lebende Tiere als Beute betrachten, kann diese Strategie Leben retten.

Vibration als Komunikation und aussergewöhnlich interressante Verhaltensweise
Eine weitere Besonderheit der Erd/ Stummelschwanzchamäleons (aber auch einiger echten Chamäleonarten) ist das "Körperzittern". Dabei handelt es sich um ein niedrigfrequentiertes vibrieren.
Der Zweck dieses Verhaltens ist noch nicht genau analisiert, aber wahrscheinlich dienen die verschiedenen Vibrationenformen der Komunikation unter den Chamäleons, da sich z.B. in dichter Beflanzung/ Gestrüpp/ Laub etc. die Vibrationen ausbreiten und so auch ohne Sichtkontakt in Entfernung von anderen Tieren wahrgenommen werden können (Verhalten zur Wahrnehmung von Kontrahenten oder von Paarungpartern, Verwendung im Balz und Paarungsverhalten u. n. v. mehr).



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