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Chronik einer
Legenot bei Physignathus cocincinus
Vorwort
Seit über 2 Jahren halte ich eine Wasseragamen Gruppe 1.2
zusammen im Terrarium.
Bis jetzt haben sich die Tiere gut verstanden, kleinere
"Reibereien" unter den Weibchen sind ja durchaus als normal zu
betrachten und waren nicht weiter auffällig. Die Dominanz der
Weiblichen Tiere wechselte sich ständig ab.
Die Legeperioden der Weibchen verliefen letztes Jahr (2004)
ohne größere Komplikationen, jeweils 4 Gelege- 26/ 35 Eier
wurden erfolgreich abgelegt.
Ergebnis
2 Eier verdarben bei der Inkubation.
1 Jungtier starb beim Schlupf (es lebte beim Schlupf, blieb
aber mit dem noch nicht resorbierten Dottersack in der Schale
hängen- als ich später nach ihm sah- war es leider schon
tot)
Insgesamt 2 Tiere bildeteten einen "Knickschwanz" aus, ein
weiteres klemmte sich- zwischen einem Stein und dem
Lüftungsgitter- den Schwanz ein, was zu einem Teilverlust des
Schwanzes von 1/3 führte.
2005
Heuer wurden meine Wasseragamenweibchen zur gleichen Zeit
trächtig, was zur Folge hatte, dass das zur Zeit dominante
Tier zuerst seine Eier ohne Probleme ablegte, das 2 Weibchen
allerdings nicht mehr.
Jänner 05.
Die Trächtigkeit beider Tiere war augenscheinlich (Abzeichnen
und Fühlbarkeit der Eier an den Flanken der Weibchen), beide
Tiere hörten Ende Dezember auf zu fressen.
Am 4.01.05 legte eines meiner Weibchen nach 2 Probegrabungen
8 schöne Eier. Sie beobachtete danach noch einige Stunden den
Eiablageplatz und fing am gleichen Tag wieder an zu
fressen.
Mein 2. Weibchen versteckte sich danach auffallend, wurde
auch verjagt. Nach einigen Tagen, in denen auch keine
Probegrabungen erfolgten, machte ich mir langsam Sorgen. Da
sie jetzt schon einige Zeit nichts fraß, flöste ich ihr
täglich einige Tropfen Calcium frubiase 1:1 mit Wasser
verdünnt ein.
Ich nahm mein anderes Weibchen für einen Tag aus dem
Terrarium, klebte die Glasscheiben vom Terrarium mit Papier
ab, und wartete ab.
Das trächtige Weibchen grub untertags eine Eigrube, legte
aber keine Eier ab.
In den Abendstunden "verlor" sie 3 Eier einfach, 2 auf
Substrat- eines fand ich im Teich. Eindeutig Legenot....
ohje.
Legenot bei meinem Wasseragamenweibchen
Psychogene
Legenot
Die Auslöser für Psychogener Legenot sind vielseitig. Bei meinem Weibchen wird folgene Ursache in Frage kommen:
Sind mehrere Echsen auf begrenzten Raum (begrenztes Angebot
an Eiablageplätzen im Terrarium) gleichzeitig trächtig, kann
es vorkommen, dass ein Weibchen das andere am Ablegen der Eier
hindert.
Ab zum Tierarzt.
Mein Tierarzt
Dr. Peter Szabados
diagnostizierte ebenfalls Legenot, wobei wir alle möglichen
Ursachen wie fehlende Eiablageplätze, Stress durch
"menschliche" Anwesenheit, Mineralsstoff- Kalziummangel,
besprachen und ausschlossen.
Durch die vorhergegangene Ablage der 3 völlig normal
geformten Eier war davon auszugehen, dass der Eiablagekanal
"frei" und "durchgängig" war und somit keine körperliche
Ursache die Legenot auslöste.
Nach der intermuskulär (linker Oberschenkel) verabreichten
Injektion von Oxytocin legte das Weibchen weitere 4 Eier
verteilt im Terrarium ab.
Leider waren immer noch Eier fühlbar, und so beschlossen wir
dem Weibchen innerhalb von 48 Stunden eine
zweite Oxytocin Injektion zu verabreichen
Oxytocin
Oxytocin ist ein Hormon
(zyklisches
Peptid), das bei Menschen und
Säugern in der Hirnanhangdrüse gebildet und gespeichert
wird und besondes auch beim Geburtsprozess eine
wichtige Rolle spielt. Oxytocin bewirkt unter Anderem
eine Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur.
Nach der zweiten Oxytocin Injektion legte das Weibchen
weitere 2 Eier im Terrarium ab, später noch eines.
Als ich das Weibchen dann später abtastete waren keine
weiteren Eier fühlbar.
Zur Sicherheit beschloss ich nochmals Dr Szabatos aufzusuchen
um das WA Weibchen röngten zu lassen, was es ohne
Schwierigkeiten über sich ergehen ließ.
Es waren keine Eier mehr sichtbar. Eine
Ultraschalluntersuchung brachte auch das gleiche Ergebnis.
Röngtenaufnahme vom Rumpf des Weibchens (Bauchseite).
(Links beim Kopf des Tieres ist die Hand des Tierarztes zu
sehen)
Im Bauchraum sind keine Eier mehr sichtbar.
Da das Weibchen aber noch nicht zu fressen begonnen hat,
werde ich versuchen sie mit supplementierten Wachsmotten
"aufzupäppeln"- das Wort "Zwangsernähren" gefällt mir gar
nicht!
Zusätzlich bestrahle ich sie mit der Osram VitaLux- das kann
nicht schaden :)
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