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Erste Erfahrungen mit Parasiten- Ophionyssus natricis-
Blutmilben
Protokoll
10.02.05:
Meine
langerwarteten Neuzugänge, 2 Gekko grossmannii Weibchen
für mein schon länger vorhandenes Männchen, erweisen sich nach
der ersten optischen Begutachtung leider als parasitär
:( - und in einem recht "verhungerten"
Allgemeinzustand.
Blutmilben- wahrscheinlich Ophionyssus natricis.
Hmmm...Glücklich macht mich das nicht gerade....!! Aber
--> nur keine Panik!
Vorsicht ist schon geboten- um den Befall ja nicht
auszuweiten oder auf meine anderen Reptilien und Terrarien zu
übertragen.
Ein "trächtiges MilbenWeibchen" reicht schon zur Übertragung
und Infizierung von anderen Terrarien und deren Bewohner.
Ausserdem sind diese "Viecher" nicht "Wirtsspezifisch"- sie
gehen auf Wanderschaft und sind auch auf dem Menschen
übertragbar.
Etwas unscharfes Bild- trotzdem erkennbar: die (rötlichen)
Pünktchen sind Blutmilben
Erster
Schritt
: ich richte ein Quarantänebecken für die Beiden ein.
Küchenpapier als Bodengrund, etwas Kork zum Verstecken einige
Ästchen (werf ich danach alles weg)- eine Wasserschale.
Bekämpfung des Befalls:
Von einem Freund erhalte ich ein Mittel namens Mitol aus der
Nutztierhaltung (Hühner, Schweine etc.).
Ein Tierpflegemittel zur Lästlingsabwehr gegen Milben,
Zecken, Läusen und anderen Ektoparasiten, giftfrei und
unschädlich gegenüber den "Wirten", allerdings ist es
(noch) nicht an Reptilien getestet worden.
-->
mehr von
Mitol
Eine echte Altanantive gegenüber den normalerweise üblichen
hochgiftigen Bekämpfungsvarianten??
Das wär allerdings toll...!!
Hab mal eine Anfrage zwecks Wirksamkeit gegen Blutmilben und
den Inhaltsstoffen diese Produktes an diese Firma gesendet und
warte gespannt auf Antwort.
Ich habe auch meinen Tierarzt Dr Szabados angerufen und kann
mir ein Präparat abholen (vermutlich mit den giftigen
Wirkstoffen von Frontline oder Blattanex-- Fipronil oder
Dichlorphos)- nähere Infos dazu später
Zusätzlich verbringe ich einige Stunden am PC um mich mittels
"Tante Google" über den Parasiten einzulesen und Infos zu
sammeln.
Laut ersten Informationen (schon einige Stunden später)
enthält Mitol als Hauptbestanddteil ein "Kriechöl" = ein
leichtes Mineralöl, "eine Handvoll ätherischer Öle" einen
Emulgator und Wasser.
Es ist zu 100% biologisch abbaubar und im Biolandbau
zugelassen.
Ich habe eine ca. 5% Lösung von Mitol hergestellt (lauwarmes
Wasser und Mitol) und meine Geckos mal darin gebadet. Um zu
verhinden, dass sie von der Lösung etwas aufnehmen (trinken)
oder etwas davon in die Augen kommt, habe ich zur Sicherheit
den Kopf der Tierchen nur etwas mit einem Wattestäbchen
benässt-
2.Tag
Leider kann
ich die Tierchen nicht zum Fressen aktivieren- Kot wurde auch
nicht abgesetzt.
Beim Sprühen leckten die Geckos etwas Wasser auf.
Am Abend entfernte ich mit einem Wattestäbchen (das ich in
etwas Olivenöl getaucht habe) vorsichtig die bereits toten
Milben vom Körper der Geckos, und badete sie anschließend in
lauwarmen Wasser (um Reste von Mitol und Öl zu
entfernen).
3. Tag
Keine
weiteren Auffälligkeiten. Leider fressen sie immer noch
nichts.. (biete Wachsmotten, Babyheuschrecken, Fliegen)
Wieder wird kein Kot abgesetzt.
Am Körper der Tiere sind keine Milben mehr sichtbar.
4. Tag
Über Nacht
eine zusätzliche Komplikation bei einem der Geckos:
- eine extreme Schwellung des rechten Auges mit Eintrübung
der Linse.
Schaut schlimm aus... ab zum Tierarzt.
Dr Szabados diagnostiziert ein mögliches Ödem am Auge und
zusätzlich einen sehr schlechten Allgemeinzustand des
Tieres.
Die Begutachtung des Auges am Mikroskop ergibt kein Ergebnis
(bakteriell).
Behandlungsvorschlag:
Augensalbe Refobacin (Breitbandantibiotikum zur
Lokalbehandlung am Auge)- und abwarten.
Zuhause bringe ich etwas Augensalbe auf das betroffene Auge
des Geckos auf- und ab ins Terrarium.
Zum Vergleich:
gesundes Auge- dahinter ist die arge Schwellung des
kranken Auges sichtbar
5. Tag
Beim
morgendlichen Blick ins Terrarium entdeckte ich leider einen
toten Gecko....ach... :(
Das Tierchen mit dem Ödem am Auge, hats nicht überlebt.
Werde ihn zum Sezieren zu meinem Tierarzt bringen. Der 2.
Gecko liegt am Boden des Terrariums, schaut nicht gut
aus...
2 Stunden später stirbt auch dieser Gecko- ... wie schade,
die Beiden sind mir bereits ans Herz gewachsen...!
Bis zum Abend verwahre ich die toten Tiere gut eingepackt
(Küchenpapier und doppelt Alufolie) im Kühlschrank,
dann bringe ich sie zum Tierarzt, der eine Obduktion
durchführen wird.
Ergebnisbefund:
Herz und Leber beider Tiere waren dunkel gefärbt, was auf
einen Infekt oder auch auf Parasiten (Endoparasiten) hinweisen
könnte.
Da bei den Tieren aber meiner Meinung nach- keinerlei
Anzeichen für einen Infekt erkennbar war (Auffälligkeiten bei
der Atmung, Verschleimung im Maul, Nasen, Rachenbereich,
oftmaliges öffnen/ aufsperren des Mauls)- schließe ich
es eigentlich aus.
Parasitenbefall bei Wildfängen hingegen wäre nichts
ungewöhnliches.....
Verdauungstrakt und Darm der Tiere war war unauffällig und
leer.
Auffallend der schwache, unterernährte Zustand der
beiden Geckos, der sicher nicht erst die letzten 5 Tage
entstand.
Gesunde Reptilien können ohne weiteres längere Futterpausen
einlegen.
Das erkrankte Auge hatte keinen direkten Einfluss auf den Tod
des einen Geckos.
Nähere Befunde gibt es leider nicht- dafür hätte man die
Tiere in ein Labor (ein-)schicken müssen.
Mein
Fazit:
Mein erster Eindruck von Mitol ist positiv.
Die Blutmilben auf den Tieren waren schnell - ohne Anwendung
von Gift- beseitigt.
Um zu sehen ob Mitol auch im Terrarium wirkt, werde ich das
verwendete Quarantäne-Becken noch eine Woche beibehalten und
beobachten- ob noch Blutmilben aus eventuell vorhandenen Eiern
ausschlüpfen.
Ich glaube nicht, das Mitol Auslöser vom Ableben der Tiere
war. Primär der schlechte Ernährungs/ Allgemeinzustand wird
als Ursache in Frage kommen. Mitol könnte aber- bei Reptilien-
eventuell allergische Reaktionen nach sich ziehen, zum Einem
wegen der verwendeten Öle, oder auch deshalb, weil eine
Mitol/Wasserlösung laut Information- einen hohen pH-Wert
aufweist.
Zur "Gefährlichkeit" der Inhaltsstoffe des von mir
verwendeten Produkts:
Die enthaltenen ätherischen Öle und das leiche Mineralöl
werden von Bakterien aufgeschlüsselt (Bakterienstämme die aus
Ölen Energie gewinnen) und nachgewiesener Weise rückstandslos
abgebaut.
Die Lösung ist für den Biolandbau zugelassen, sie wird bei
Nutztieren angewendet und führt dort zu keinerlei Verlusten-
weder bei den betroffenen Tieren noch bei deren verwendeten
Produkten (z. B. Eier und Milch)
Der in Mitol verwendete Emulgator wird auch in Milchpulver
verwendet.
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Meine Annahmen- was die Wirksamkeit zur
Bekämpfung von Reptilien(aussen)parasiten
betreffen- sind jetzt rein spekulativ und
nicht bewiesen.
Trotzdem glaube ich, das dieses Mittel bei
Parasitenbefall bei Reptilien getestet werden
sollte.
Bei nachgewiesener Wirksamkeit wäre Mitol eine
gute Alternative zu den sonst verwendeten
hochgiftigen Behandlungsvarianten.
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