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Cambarellus patzcuarensis Drucken Email

Cambarellus patzcuarensis

Cambarellus patzcuarensis sp. Orange- Oranger Zwergflusskrebs



Kleines Datenblatt:
Vorkommen: Lago de Pátzcuaro (Bundesstaat Michoacán/ Mexiko)

Beschreibung:
Leuchtend orange gefärbte kleine tagaktive Flusskrebsart, die sich meist friedlich und wenig scheu im Aquarium verhält.
Mehrere Männchen zusammen in einem Aquarium zeigen sich aber unverträglich.
Weibchen erreichen eine Größe von etwa 4 cm, die männlichen Tiere bleiben mit ca. 3 cm etwas kleiner.
Die Geschlechtsunterscheidung erfolgt anhand der Geschlechtsorgane- den Gonoporen, die beide Geschlechter in unterschiedlicher Form besitzen, sowie beim männlichen Tier den Gonopoden (= Befruchtungsbeinchen oder Begattungsriffel), die sich an der Unterseite der Cherax befinden.

Diese Krebse sind befähigt verlorene Körperteile (Scheren, Beinchen, Fühler) zu erneuern. Nach der nächsten Häutung hat sich das/ die fehlende(n) Glied(er) nachgebildet. Bei adulten Krebsen hat das regenerierte KörperGlied meist nicht mehr die ursprüngliche Größe. Bei Jungtieren hingegen regenerieren sich verlorene Körperteile sehr gut- nach einigen Häutungen ist das Regenerat meist nicht mehr als solches erkennbar.


Cambarellus patzcuarensis

Wasserwerte:
Da die Tiere aus einem Gebiet mit Vulkanischem Grundgestein kommen, sollten sie in eher weichem Wasser gehalten werden.
Werte in meinem Becken GH 8, KH 6, PH 7.6, unbeheizt- Temperatur 18- 26°

Beckengröße: ab 30 cm für ein Pärchen
Artbecken oder auch Gesellschaftsaquarium

Einrichtung:
Cambarellus patzcuarensis vergreifen sich nicht an den Aquarienpflanzen, deshalb kann das Becken auch schön bepflanzt werden. In meinem Krebsebecken befinden sich Pflanzen wie Javafarn, Anubis, Sumpffreund, kl. Schwertpflanzen, Schwimmpflanzen etc.
Moorkieenholz, Steine, kleine (Ton-)Höhlen - Eichen oder Buchenlaub etc.

Schwere Dekos sollten direkt auf den Boden des Beckens gestellt werden, da Krebse große Kräfte entwickeln können und gern mal das Becken umgestalten. Durch Untergrabungen könnten sonst schwere Gegenstände zur Gefahr für Bewohner und Aquarium werden.
Besonders schön macht sich bei dieser Art ein dunkler Bodengrund im Aquarium (schwarzer Aquarienkies).
Empfehlenswert ist es Krebsbecken gut abzudecken.
Flusskrebse sind wahre Ausbruchskünstler, sie können/ wollen zeitweilig Luft atmen- sterben aber recht schnell, wenn sie nicht ins Wasser zurückgelangen können.

Cambarellus patzcuarensis

Krebse als Allesfresser
Div. Futtermittel: Flockenfutter, Frost/Lebendfutter, Welstabs, Gemüse, etc.
Aber auch kleine Wirbellose wie Junggarnelen, Schnecken und auch Wasserflöhe werden als Futter nicht verschmäht.
Größere Lebewesen im Gesellschaftsaquarium werden von den Krebsen im Normalfall aber nicht behelligt (ausser sie sind schon krank oder tot).
Da muss man eher aufpassen, dass die Krebse und ev. vorhandene Krebsbrut nicht anderen Fischen (Buntbarschen, Schmerlen etc.) als Leckerbissen zum Opfer fallen.
Das Einbringen von Eichen und Buchenlaub ins Krebsebecken, das auch gerne gefressen wird, fördert allgemein die Gesundheit- und beeinflusst besonders die Häutung der Krebse positiv. Zusätzlich stellt die verfallende Laub- und damit auch entstehende Mulmschicht die benötige Nahrungsquelle für (mögliche) Nachzuchtskrebschen.

Vermehrung
Die recht kurzlebige Flusskrebsart (~18 Monate) erreicht ihre Geschlechtsreife schon im Alter von ca. 3-4 Monaten. Wassertemperatur, Wasserqualität und auch die Ernährung beeinflussen neben dem Wachstum der Tierchen (Häutungen) auch ihre Fortpflanzung.

Paarung:
Kurz nach der Häutung des Weibchens erfolgt die Verpaarung.
Dabei dreht das Männchen das Weibchen mit Hilfe der Scheren und Schreitbeinen auf den Rücken und begattet es, indem er ein Samenpaket mit einem der Genopoden in einen kleinen Hohlraum (Spermatotheka) beim Weibchen deponiert.
Einige Stunden später beginnt das Weibchen schon mit der Eiablage.
Dabei zieht das Weibchen den Hinterleib unter den Cephalothorax und bildet so- mit Hilfe einer zähen Scheimabsonderung- eine Bruthöhle. In diese werden die noch unbefruchteten Eier gedrückt, die vom deponiertem Samenpaket gleichzeitig befruchtet werden.
Danach werden die Eier an den Schwimmbeinchen mit Schleimfäden befestigt. Das Weibchen streckt sich wieder gerade aus und beginnt sogleich mit der Brutpflege.
Durch ryhtmisches Schlagen mit den Schwimmbeinchen versorgt das Weibchen die Eier mit ausreichend Sauerstoff und Frischwasser, anfallende Stoffwechselprodunkte werden so auch entfernt.
Das Muttertier sucht nun ein Versteck (Höhle) auf, die sie wärend der Tragzeit von etwa 3- 4 Wochen kaum verläßt. Die genaue Tragezeit wird wieder von der Wassertemperatur und Qualität beeinflusst. Das Fressen wird wärend dieser Zeit weitgehend eingestellt. 

Die Krebschen schlüpfen schon als hochentwickelte Larven aus den Eiern und bringen noch 1-2 Häutungen bis zum fertigen Jungtier hinter sich, bevor sie dann die schon erwähnte Boden- Mulmschicht besiedeln.


Literatur:
Garnelen, Krebse, Krabben & Co.- im Süßwasser Aquarium
Sonderheft Aquaristik aktuell



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