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Styropor- Rückwand Drucken Email

Bau einer Rückwand

Rückwand
Bild: Teilausschnitt der Rückwand


Verwendete Materialien:

Styroporplatten unterschiedlicher Stärke (1,5- 2, 5- 10- 12 cm)
Silikon auf Essigbasis (einige Tuben)
Fliesenkleber (oder Mörtel ca. 10- 15 kg))
Epoxidharz (2 Dosen)
hellen Quarzsand (10 kg)
einige lange Schrauben
Klebeband

Werkzeug:

Stanleymesser, viele Klingen, div. feste MalerPinsel

Der Bau einer Rückwand in Felsoptik mit der Methode wie ich sie angewand habe- erfordert zwar einiges an Zeit- und Arbeitsaufwand, aber das Ergebnis ist einfach fantastisch- und jeden Aufwand wert.
Das der Rückwandeigenbau kostengünstig ist, versteht sich eh von selbst..

In meinem Bartagamenterrarium 170x 80x 130 cm habe ich so die Rückwand, die Seitenwände, und auch die Bodenwanne bearbeitet. Zusätzlicher Vorteil des Ganzen- durch die Verwendung von Epoxidharz, wird das Terrarium ziemlich wasserfest.

Einen Abend vor Baubeginn suchte ich im Internet nach Bilder div. Felswände, markanten Felsformationen, Steinwände, Berggipfel, naturnahen Kletterwänden etc.- vorwiegend aus Australien, um mir ein "geistiges" Bild meiner Wand zu schaffen.
Zuerst wollte ich eine zerklüftete überhängende Felswand produzieren, entschied mich dann aber kurzfristig auf eine Felswand mit einzelnen erkennbaren Steinen um. 


Einzelne Arbeitschritte bis zur fertigen Wand

1. Zuschnitt und Bearbeitung der einzelnen Styroporplatten

Zuerst klebte ich die dünnen Styroporplatten mit Silikon als Boden in das Terrarium ein.
Die dünnen Platten kann man ohne Probleme ganz leicht mit dem Stanlymesser nach Maß zuschneiden.

Für den unteren Teil des Terrariums, bis zur Höhe der Lüftungsgitter im FrontBereich und im Seitenteil, empfiehlt es sich einzelne Elemente aus den dicken Styroporplatten zu schneiden, einzupassen, dann erst in Form zu schneiden- und so "Stein für Stein" aufzubauen.
Jedes Einzelteil wird mit Silikon an seinen Platz geklebt. So können die Lüftungen gut in die Wand eingearbeitet werden.
Um einen Überblick zu erhalten, wählte ich dann die Styroporplatten aus, die ich als Rückwand verwenden wollte, und passte sie "probehalber" mal im Terrarium ein. 
Danach begann ich mit dem Stanleymesser bei jeder Styroporplatte einzelne Stein und Felsen, Spalten und Bruchstücke heraus zu arbeiten. Dabei muss man sich langsam von der Oberfläche der Platte aus in die Tiefe vorarbeiten, um so Struktur und Plastizität in die "Wand" zu bringen.
Zu Bedenken auch, dass alle geschnittenen Zwischenräume danach mit Schichten von Fliesenkleber gefüllt werden müssen, also eher gerade, wenig verwinkelte und einfache Felsspalten und Steine in die Platte schnitzen. 

Die einzelnen soweit fertigen Platten werden mit Silikon ins Terrarium geklebt. Zusätzlich habe ich die einzelnen Platten mit einigen langen Schrauben an die Terrariumwände fixiert.
Am natürlichsten wirkt später die fertige Felswand, wenn die Strukturierung der Einzelplatten jeweils übergangslos an die nächste Styroporplatte angepasst wird. 
Man kann auch Vorsprünge oder Plateaus einarbeiten- sie werden als Einzelteile ausgeschnitten und auf die bereits fixierte, dafür geplante StyroporPlatte mit Silikon aufgeklebt. Zusätzlich habe ich sie dann auch noch mit Schrauben gesichert.
Langsam nimmt die Rückwand Gestalt an.

Rückwand
Bild: Schaut ja schon recht gut aus!


Um einen schönen Abschluss zur Terrariendecke zu erhalten, habe ich mir überlegt, einzelne Felsbrocken unterschiedlicher Stärke und Größe, etwas überhängend oder vorstehend auf die Styroporplatten zu "legen".
So produzierte ich einige markante Steine und Steinplatten unterschiedlicher Größen, aus den noch übrigen Styroporplatten und größeren Schnitzlresten, passte sie in den vorhandene Platz oberhalb der stehenden Styroporplatten (ca. 20- 30 cm) so ein, dass sie über den Rand der bereits verklebten Styroporplatten hervorstanden- und verklebte sie mit Silikon gut miteinander.

Da ich quer- im oberen Bereich des Terrariums- einen großen gebogenen Ast anbringen wollte, plante ich zu diesem Zeitpunkt schon die Montage an der Wand ein- und schnitt die passenden Halterungen in das Styropor (ein Loch rechts oben und eine Auflage vorne Links)


Rückwand
Bild: Die Rohwand steht endlich

Fazit:
Der Zuschnitt der Styroporplatten und einzelner "Steine"- mit der Klinge- und die Einpassung ans Terrarium, benötigten am meisten Zeit - insgesamt habe ich etwa 14 Stunden nur mit "Schnitzen" verbracht- allein die Styroporschnitzel füllten 7 große 60l Müllsäcke.

Wenn man statt Styropor- Styrodur verwendet, würde man sich sicher einige Aufräumarbeiten sparen- die elektrisierten Styroporkügelchen hat man überall.... allerdings sind Styrodurplatten auch teurer.



2. Auftragen der einzelnen Fliesenkleberschichten

Als ich meine letzte Rückwand in der Art bastelte, rührte ich den Fliesenkleber nach Arbeitsanleitung auf der Packung an, und "spachtelte" die recht feste Masse auf die Rückwand. Eine arge und anstrengende  "Patzerei"- der Fliesenkleber haftete mehr schlecht als recht am Styropor, die feinen geschnitzten Strukturen verschwanden total unter der patzigen dicken Mörtelschicht.
Ich arbeitete sozusagen mit Händen und Füßen.... das Ergebnis war dann auch dementsprechend mäßig.

So wollte ich dieses Mal nicht vorgehen- also rührte ich den Fliesenkleber ziemlich (zäh-) flüssig mit Wasser an, sodass ich die Masse noch gut mit dem Pinsel- auch auf die senkrecht stehende Styroporwand- auftragen konnte.

Bevor man mit dem Auftragen beginnt, ist es sinnvoll den Terrarienrand (dort, wo dann auch die Schienen für die Glasschiebetüren eingeklebt werden) die Lüftungsflächen und den Rand der Deckengitter mit einem dicken, wieder ablösbaren Klebeband abzukleben (man spart sich so einige nachträgliche Putzarbeiten).

Rückwand
Bild: Erste Schicht

Zuerst beschichtete ich die Bodenwanne des Terrariums, dann arbeitete ich mich Stein für Stein um die Lüftungsflächen herum nach oben.
Wichtig ist, den Fliesenkleber in alle Ritzen und Löcher einzubringen und eine gleichmäßige, deckende ca. 3-5 mm dicke Schicht aufzutragen. Zügig arbeiten, da sonst die Klebermasse antrocknet.
Am einfachsten ist es immer nur kleinere Mengen Kleber anzurühren.
Nach dem Auftragen werden die Arbeitsmaterialien gut mit Wasser ausgewaschen.

Je nach Stärke des Auftrags braucht die Kleberschicht 2-3 Tage um gut durchgetrocknet zu sein.

In der gleichen Weise folgten noch 2 Fliesenkleberschichten. (- also insgesamt 3)
Jede Schicht muss gut getrocknet sein (einige Tage!), bevor man die nächste Auftragen kann.

Rückwand
Bild: Die 3. Schicht ist aufgetragen.


3. Epoxidharz und Quarzsand als abschließende Schutzschicht

Mit Epoxidharz wird die Styroporwand versiegelt.

Das hat den Vorteil, dass die Oberfläche richtig fest aushärtet (Schlag- und Kratzfest) und zusätzlich wasserfest wird.
Ich verwende dazu ein fast geruchsneutrales Epoxidharz aus dem Farbenhandel (Yachtfarben) das zwar preislich recht hoch liegt, aber sehr gut zu verarbeiten ist, und auch schnell trocknet.
Da Epoxidharz hochglänzend abtrocknet, streute ich- um eine naturnahe Oberfläche zu erzielen- Quarzsand vor dem Abtrocknen des Harzes auf. Genausogut kann man aber z.B. Torf, div. Granulate, Erde etc. aufstreuen- passend- je nach dem für welche Terrarienart (z. B. Regenwandterrarium) die Wand gedacht ist.  

Zuerst werden die 2 Komponenten des Epoxidharzes (Harz und Härter) gut zusammen gerührt. Es empfiehlt sich, die Arbeiten mit Handschuhen (Gummi oder Arbeitshandschuhe) auszuführen.
Mit dem Pinsel wird das Gemisch zügig auf die Styroporwand und auf die einzelnen Felsimitatsteine aufgetragen.
Nicht erschrecken- bei der Verarbeitung wird das Harz ziemlich warm (die Dosen richtig heiss).

Rückwand
Bild: Links die Rohwand/ Rechts- Epoxidharz und Sand

Am Besten beginnt man oben, und arbeitet sich dann Stück für Stück nach unten durch- da das Harz tropft und auch etwas rinnt.
Darauf achten, dass alle Spalten, Löcher, und auch die Ränder der Styroporplatten deckend mit dem Harz bestrichen werden.
Auch der Terrarienboden wird sorgfältig mit Epoxidharz bestrichen.
Da die Oberfläche des Harzes relativ schnell antrocknet, sollten immer nur Teilstücke bestrichen werden, damit dann flott- am besten mit den Händen (Handschuhe!)- noch der Sand eingearbeitet (ich hab den Sand richtig draufgerieben) werden kann. Ich hab die 10 Kg Sand in eine Ecke des Terrarrium geleert, und dann mit beiden Händen den Sand in das Harz gerieben. Wenn noch vereinzelt Glanzstellen durchbrechen, einfach Sand nachreiben. Überflüssigen Sand kann man nach einigen Minuten mit einem trockenen breiten Pinsel abkehren.

Für mein Terrarium benötigte ich 2 Dosen Epoxidharz a' 1l (Preis pro Dose 29€)

Rückwand
Bild: meine Bartagamen im neuen Terrarium


Die Fertigstellung des Terrariums- Schiebetüren, Beleuchtung und Einrichtung folgen auf der nächsten Seite.


Fertigstellung und Einrichtung der Terrariums
 



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