|
Eumeces schneiderii - Gruppe & Eumeces algerieniensis
Herkunft
Nordafrika, - Marocco, Algerien, ostwärts bis Pakistan
Biotop
trockene Savannen und Wüsten, Gelände mit Felsblöcken und Buschwerk
Berberskinke sind tagaktive Wühler, ihr Lebensraum befindet sich hauptsächlich unter der Erde, wo sie sich recht lange Gänge und auch eine Wohnhöhle graben. Ihre Aktivitätsphasen sind vorwiegend in den Morgen- und Nachmittagsstunden, wo sie zum Aufwärmen, zur Futtersuche und Nahrungsaufnahme ans Tageslicht kommen.
Beschreibung
Größe
GL: ca. 30 bis 40 cm
(Eumeces algeriensis als größte Art/ Unterart [Adultes Männchen] bis 44 cm und 250g schwer)
Alter
.... um die 20 Jahre
glatt beschuppte Echsen, schlangenähnliche Form, aber mit kräftigen Gliedmaßen
Die Grundfärbung variiert je nach Art / Unterart. Eumeces algeriensis hat eine bräunliche Grundfärbung, Eumeces aldrovandii eine Graue. Sie besitzen, an beiden Seiten, vom Mundwinkel bez. unter dem Auge beginnend, einen kräftig orange farbenen Streifen, der nur von der Ohröffnung unterbrochen wird und bis zu den Hinterbeinen reicht.
Auf dem Rücken und seitlich befinden sich unregelmäßige Querbänder;
Farbflecke die jeweils die Größe einer Schuppe haben und (je nach Art) orange gefärbt sind, oder abwechselnd gelb, rot und schwarzumrahmte weiße Flecken.
Die Unterseite ist hell- beige.
Ihr unteres Augenlid ist transparent.
An den Ohröffnungen befinden sich 3 kleine Schuppen, die beim Graben verhindern, dass Sand in das Ohr eindringen kann.
Geschlechtsunterschied Männchen:
an der Größe, massigere Kopfform und den meist gut erkennbaren Hemipenistaschen
Leider gibt es kaum Nachzuchten ..... fast nur Wildfänge
Terrarium
Für das Terrarium der Berberskinke ist die Höhe nicht so von Bedeutung. Eumeces Arten sind keine geschickten Kletterer, trotzdem versuchen sie eifrig alles zu erklettern was möglich ist, fallen dabei aber leicht herunter, besser also nicht zu hoch ...
|
Von Bedeutung ist die Grundfläche für 1 Tier:
L x B x H = KRL 6 x 4 x 3
Beispiel
KRL = 15cm
L : 15 x 6 = 90 cm
B : 15 x 4 = 60 cm
H : 15 x 3 = 45cm
für jedes weitere Tier zusätzlich 20% mehr Grundfläche
|
|
Haltung und Pflege
Das Terrarium wird als Trockensavanne, Wüste eingerichtet.
Die Einrichtung gestaltet sich eher einfach.
Einige Felsbauten, flache Steine oder Steinplatten (Heizsteine). Wichtig ist das alle Bauten gut gesichert (gemauert, geklebt) werden, da Skinke alles unterwühlen und herabstürzende Teile die Tiere einklemmen und auch erschlagen könnten. Auf echte Pflanzen kann verzichtet werden, da bei den wilden Grabtätigkeiten der Skinke keine Wurzeln überstehen können.
Das Wichtigste ist der richtige Bodengrund und eine gute Beleuchtung.
Die Wahl des richtigen Sandes ist von großer Bedeutung. Zu grob gekörnter Sand könnte Verletzungen der Schnauze zur Folge haben, zu staubiger Sand, Augenentzündungen. Bei den im Handel angebotenen Sand auf die Art achten, manche "backen" bei Feuchtigkeit fest und werden "steinhart". Sie eignen sich höchstens zum Mischen.
TIP:
Ich mische zusätzlich auch noch Vogelsand unter, da die Tiere dem im Vogelsand enthaltenen Taubengritt als Kalziumquelle nützen und bei Bedarf aufnehmen können
Die Einfüllhöhe des Sandes beträgt mind. 10 cm.
Dem Bodengrund kommt viel Bedeutung zu.
Er ist vorwiegend Lebensraum, Schlafstelle, Feuchtigkeitsspeicher und Temperaturzonenregler.
Die Oberflächentemperatur des Sandes sollte bei 30°C liegen.
Die Berberskinke nehmen wahrscheinlich über den Sand (und über die Futtertiere) Feuchtigkeit auf, sie trinken kaum aus Wasserschalen.
Besondere Bedeutung hat auch das Sprühen in diesem Terrariumtyp. Man versucht ein wüstenähnliches Klima zu schaffen, indem man frühmorgens sprüht und so den Morgentau der Wüste imitiert. Das Wasser sickert in die unteren Sandschichten kühlt und befeuchtet diese.
Eine Heizmatte/ Kabel eignet sich für das Wüstenterrarium nicht, da es die unterste Schicht trocknen und erhitzen würde.
Deshalb muss die Beheizung von oben erfolgen. Das erreicht man am Besten durch die Beleuchtung.
Da die Skinke in der Natur (Wüste) einer hohen Temperatur und UV Bestrahlung ausgesetzt sind, ist eine helle Beleuchtung mit UV- haltigem Licht unumgänglich
Am Besten eignen sich Vollspektrum- Leuchtstoffröhren, HQL- Lampen, einige Punkt- Wärmestrahler und nötigenfalls ein zeitweise zugeschalteter UV- Strahler.
Wenn die Tiere sich aus dem Sand an die Oberfläche wühlen, brauchen sie die Möglichkeit sich auf ihre Vorzugstemperatur aufzuwärmen.
Dafür richtet man die Wärmestrahler punktuell auf einen flachen Stein oder auf Felsplatten wo eine Temperatur von 40°C erreicht werden sollte. Wichtig ist aber den Skinken ein Temperaturgefälle zur Verfügung zu stellen, damit sie auch kühlere Stellen aufsuchen können.
Beleuchtungsdauer: 12- bis 14 Stunden täglich
Nachtabsenkung auf Zimmertemperatur reicht (ca. 20°C)
Winterruhe erforderlich!
Ernährung
Alle gängigen Futterinsekten, Gehäuseschnecken (werden manchmal mit oder ohne Gehäuse gefressen = Kalziumlieferant),
adulte Tiere fressen auch mal kl. Säugetiere z.B. Mäusebabys
klein geschnittene süße Früchte , Fruchtbrei
Die zusätzliche Versorgung mit Vitamin und Mineralstoffen ist wichtig
In verschiedener Literatur wird berichtet das sie so ziemlich alles fressen, was aber nicht wirklich empfehlenswert ist.
Neben proteinarmen Hunde- oder Katzendosenfutter, auch Fleisch, Leber etc..
Das habe ich allerdings nicht ausprobiert (und werde ich auch nicht!)
Naja .. wie bei allem ist die richtige Mischung von Bedeutung, bei “Insektenknappheit” kann man sicher auch mal “so etwas” füttern.
Erwähnen möchte ich auch noch den mehr oder weniger bekannten “Skinkpudding” Das Rezept stammt aus dem Buch - Skinke im Terrarium (Landbuch/ Hausschield, Gaßner)
“Skinkpudding”
(Gelantinefutter nach Thieme, 1984)
je 100 g von
Rinderherz, Leber oder Niere, Süßwasserfisch mit Schuppen und Gräten, Gemüse und Kräuter,
+ 1 bis 2 frische Eier
+ einige Esslöffel Weizenkeime
+ 1/2 Teelöffel Nährhefe (Vit B Lieferant- Reformhaus)
+ 5 Tabletten Calcipot oder ein ähnliches Kalkpräparat
+ einige Tropfen eines flüssigen Multivitaminpräparates
Alle Zutaten werden in einem Mixer zerkleinert und dann mit Gelatine gebunden.
Dazu löst man 40 g Speisegelantine in 0,5 l heißen Wasser, etwas abkühlen lassen, Mischung beifügen und in Tagesportionen abfüllen, die man dann einfriert.
Fortpflanzung
Die Zucht dieser Skinke ist bis heute eine Ausnahme, es ist eigentlich niemand bekannt der lebende oder lebensfähige Nachzuchten hervorgebracht hat.
Vorraussetztung für eine Paarung ist die Winterruhe.
Wahrscheinlich stimulieren die unterschiedlichen Temperatur (Jahres) -zeiten erst den Paarung- und Fortpflanzungstrieb.
Bei der Paarung behandelt das Männchen das Weibchen nicht gerade sanft, es gleicht eher einem Paarungskampf, oft sind die Weibchen blutig gebissen ....
Der eigentlichen Paarung geht ein Balzverhalten voraus.
Das Männchen schaukelt den Oberkörper, hebt den Schwanz an und lässt in stark vibrieren. Danach drängt er das Weibchen in eine Ecke und beisst sich an ihr fest und arbeitet sich bist zum Nacken vor, bis er in der richtigen Position für die Paarung ist. Die Paarung selbst dauert ca. 2 Minuten.
Es gibt viele widersprüchliche Angaben was die Fortpflanzungsarten betrifft. Angeblich soll es Skinkarten geben (auch bei den Eumeces) die sich ovipar sowie auch ovovivipar vermehren.
Auch eine Art Brutpflege: das Weibchen bewacht das Gelege einige Wochen (ca.8 - 9) lang,
die Menge der gelegten Eier ist auch widersprüchlich : von 3 bis 20
Winterruhe
Die ca. 6 bis 8 Wochen dauernde Winterruhe leitet man mit einer langsamen Senkung der Beleuchtungsdauer ein, indem man mit einigen Tagen abstand jeweils die Beleuchtungsdauer in kleinen Schritten reduziert. Ziel ist die Beleuchtungsdauer auf höchstens 6 Stunden zu reduzieren und Tagestemperaturen von ca. 18°C - und Nachttemperaturen von ca. 10° C zu erreichen. Gleichzeitig wird auch die Fütterung reduziert, eingestellt. In die Winterruhe versetzt man nur sehr gesunde und kräftige Tiere-
Eine vorsichtigere Überwinterungsart, die bei Bedenken oder z.B. bei Neuerwerb des Reptils, eingesetzt werden kann, ist, das Überwintern in einem (wenig oder) ungeheizten, kühlen Raum (ca.18- 20°). Dabei wird wie bei einer “richtigen Überwinterung” die Nahrung und das Licht reduziert oder eingestellt.
Home
|