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Chamäleons
Das beeindruckensten und wichtigste Sinnesorgan der Chamäleons sind ihre unabhängig voneinander beweglichen Augen.
Das Auge gehört durch seinen Aufbau zu den am höchsten entwickelten bei allen Tieren.

Furcifer pardalis

Ch. hoehnelii

Durch die große Beweglichkeit des Auges (90° Winkel vertikal, 180° Winkel horizontal) gewinnt das Chamäleon ein fast 100 % Sichtfeld ohne sich zu bewegen.

Ch. dilepis

Ch. calyptratus

Es ist mit Muskeln in der Augenhöhle befestigt, die Augenlider sind miteinander zu einer Halbkugel verwachsen und lassen nur ein runde Öffnung direkt über der Pupille frei. Auf diese Weise besitzt das Chamäleon eine doppelte Augenkammer (doppelte Blendeinrichtung), was eine optimale Lichteinwirkung ermöglicht.
Die eigentliche Schärfeeinstellung des Bildes erfolgt auf der Hornhaut. Die Chamäleons erreichen durch die zweite Schärfeeinstellung ein enormes Sehvermögen und nutzen sie zum Fixieren der Beute.
Außergewöhnlich ist die Art wie die Chamäleons ihr Auge häuten oder Fremdkörper aus dem Auge entfernen:
Sie stülpen den gesamten Augapfel nach aussen und reiben es an einem Ast oder Fuß. Schaut beängstigend aus... :)


Geckos
Das Auge ist das wichtigste Sinnesorgan der Geckos, sie orientieren sich nach dem optischen Blickfeld. Das betrifft sowohl tagaktive wie auch die dämmerungs- und nachtaktiven Arten

Leopardgecko

Phelsuma madagascariensis

Bilder: L= Nachtaktiv, R= Tagaktiv

Besonders bei den dämmerungs- und nachtaktiven Arten hat sich das Auge im Laufe der Evolution ihrer Lebensweise angepasst.
Die Netzhaut besteht neben den vielen Nerverzellen auch aus den Sehzellen. Diese Sehzellen werden ihrer Form nach in Stäbchen und Zäpfchen eingeteilt. Während die Zäpfchen das Sehen bei Tageslicht und wahrnehmen von Farben bewirken, ermöglichen die Stäbchen das Sehen bei Dämmerung und Nachts. Die Zapfen entwickelten sich ursprünglich aus den Stäbchen zur Anpassung der Augen an die Lebensweise dämmerungs- und nachtaktiver Reptilienarten. Diese Arten haben eine reine Stäbchen- Netzhaut gebildet, die ein gutes Erkennen von Formen, aber keine Farbwahrnehmung zuläßt.
Viele dämmerungs- und nachtaktiven Tiere entwickelten so eine Spaltpupille, die glatt, mehrfach gezackt, senkrecht oder waagrecht sein kann. Um auch bei hellem Licht sehen zu können entwickelten nachtaktive Arten Spaltpupillen mit kleinen Öffnungen, die sich an die wechselnden Lichtverhältnisse perfekt anpassen.
Die große Familie der Gekkonidae wird in mehreren Unterfamilien eingeteilt. Eine UF sind die Lidgeckos. Wie der Name schon sagt, besitzen diese Geckos bewegliche Augenlider und unterscheiden sich so von den anderen Gecko Familien, dessen durchsichtige Augenlider miteinander verwachsen sind, und als so genannte "Brille" als Schutz über dem Auge liegen. Das sich die Brille unabhängig von den Arten bei vielen Reptilienfamilien entwickelt hat, spricht für die hohe Schutzwirkung für das Auge.

Die Lidgeckos regulieren den Lichteinfall mit Hilfe ihrer Spaltpupille und den mehr oder weniger geöffneten Augenlider. Anzunehmen ist, das die zusammengewachsenen Augenlider, die Brille, eine Weiterentwicklung des Auges in der Evolution darstellt, und das Lidgeckos sich in der Hinsicht nicht weiter entwickelt haben. Interessanter Weise gibt es wiederum Geckos, die zusätzlich zu der Brille, Augenlider entwickelt haben.

Bei den Geckos kann man beobachten, das die Augen mit Hilfe der Zunge, sowohl von den Lid- wie auch von den Geckos mit Brille, beleckt werden. Das Verhalten dient wahrscheinlich zur Reinigung und Befeuchtung des Auges, und wird schon vor der Entstehung des unterschiedlichen Lidaufbaus vorhanden gewesen sein.

Neue Forschungserkenntnisse betreffend der Augen von Tag/ Nachtaktiven Geckos 2005

Wurde vorher angenommen, dass Stäbchen (tagaktive Arten) und Zäpfchen (nachtaktive Arten) im Auge des Geckos fast ident sind mit jenen, die in den Augen von tag/ nachtaktiven Säugetieren vorhanden sind, gibt es jetzt neue Erkenntnisse darüber.

Geckos haben nur einen einzigen Typ von Sehzellen, deren Ultrastruktur sehr stark der Struktur unserer (Menschen/ Säugetiere) Zäpfchen im Auge ähnlich sind

Die Größe und Form der äusseren Photorezeptorsegmente bei nachtaktiven Geckos ähneln durchaus an Stäbchen, wogegen die entsprechenden Bildungen bei z.B. Phelsume um bis zu 90% kleiner sind.

Deshalb wirkt es oberflächlich gesehen so, als hätten nachtaktive Geckos Stäbchen und die tagaktiven Geckos Zäpfchen, dabei handelt es sich aber um unterschiedlich modifizierte Zäpfchen.

Zusätzlich befinden sich in einigen Sehzellen der Taggeckos Öltröpfchen.
(Phelsuma guentheri und Rhoptropus baranardi stehen bezüglich des Aufbaus ihrer Sehzellen zwischen Tag und Nachtgeckos).

Auch wurde angenommen, dass nachtaktive Geckos nicht befähigt wären, Farben zu erkennen und zu unterscheiden. Auch dass wurde jetzt wiederlegt:

Die Zapfen in den Augen nachtaktiven Arten, die den Stäbchen ähndeln, sind vermutlich lichtempfindlicher und können deshalb auch im Dunkeln unterschiedliche Farbsignale wahrnehmen. Wahrscheinlich verarbeitet das Gehirn die Signale anders.
Dazu gab es verschiedene Versuchsreihen, in denen bewiesen wurde, dass nachtaktive Geckos Farben unterscheiden können.

Literatur/ Links:

Roll, B. (2000)Gecko vision-visual cells, evolution, and ecological constraints.J Neurocytol.;29(7):471-84.

Taniguchi Y, Hisatomi O, Yoshida M & Tokunaga F (1999) Evolution of visual pigments in geckos.
FEBS Lett. 1999 Feb 19;445(1):36-40.

Link

Farbforschung- Klick mich!

Orginal englischsprachiger Link

Bericht- Klick mich!


Ausschlaggebend bei der Entwicklung der Augen von Echsen ist deren Lebensform.
Einige Echsen näher betrachtet:

Skinke
Bei den Skinke sind die Augen gut entwickelt und ihrer Lebensform angepasst. Die meisten Skinkarten sind Bodenbewohner.
J
e nach Lebensweise der Skinke unterscheiden sich die Augen -Lider.
Einige Bodenbewohnende Arten haben im unteren beschuppten Augenlid eine große durchsichtige Schuppe, ein so genanntes Lidfenster.
Das Lidfenster stellt in der Entwicklung die Vorstufe der "Brillenbildung" dar, und ist eine Anpassung an die Lebensform einiger Skinkarten, die hauptsächlich im Boden leben. Einige Arten von Skinken, die am Boden leben und nur zur Futtersuche oder zur Flucht in den Bodengrund vordringen, besitzen dieses Lidfenster auch.
Das Lidfenster verhindert ein verschmutzen des Auges und ermöglicht den Echsen auch mit geschlossenen Augen eingeschränkt zu sehen. Bei einigen grabenden Arten, die hauptsächlich im Bodengrund leben, hat sich zum Schutz des Auges eine Brille entwickelt. Die Augenlider verwachsen im Embryonalstadion.
Bei einigen Arten der Skinke, den Wühlern, deren Lebensraum ausschließlich unterirdisch ist und der optische Sinn keine wesentliche Rolle spielt, haben sich die Augen zurück entwickelt. Das Auge ist verkleinert oder unter den Schuppen verborgen.

Eumeces schneiderii hat ein Lidfenster

Auge eines Krokodils

Das Krokodilauge ist ähnlich aufgebaut wie die Augen von Katzen.
Da Krokodile häufig am Abend oder in der Nacht jagen, haben sich ihre Augen ihrer Lebensform angepasst und Spaltpupillen (sowohl mit Brille als auch mit Lidern) entwickelt. Sie sind mit einem vorzüglichen Sehvermögen bei Dämmerlicht ausgestattet, allerdings können sie auch nur Grautöne aber keine Farben wahrnehmen. Bei großer Helligkeit zieht sich die Pupille zu einem senkrechten dünnen Strich zusammen, während in der Dämmerung die Pupille zu einem großen runden Kreis ausgeweitet wird.
Krokodile besitzen einen speziellen Augenhintergrund.
Wenn Licht auf auf das Krokodilauge fällt, scheint es zu leuchten. Hinter der Netzhaut liegt eine Gewebeschicht, die Licht reflektiert wie ein Spiegel.
Das einfallende Licht wird durch die Reflexion verstärkt und trifft zweimal auf die empfindlichen Lichtzellen der Netzhaut. So ist der Lauer- Jäger in der Lage, auch im Dunkeln die kleinste Lichtquelle optimal auszunutzen.

Agamen
Das wichtigste und alle anderen überragende Sinnesorgan der Agamen ist das Auge.
Die fast ausschließlich tagaktiven Agamen orientieren sich in ihrer Umgebung hauptsächlich mit den Augen, Nase und Ohren.


Japalura splendida- Bergagame

Auge einer Wasseragame

Die wichtigsten Ereignisse in der Lebensform und Sozialstruktur der Agamen erfolgen auf Grund optischer Wahrnehmungen. Erkennen von (Fress) Feinden, Aufspüren und Erjagen von Beute, und das komunikale Sozialverhalten basieren hauptsächlich auf optische Reize, auf sehen und gesehen werden.
Beim Droh- und Balzverhalten (Winken der Arme, Nicken des Kopfes) z. B. werden optisch die Reize übertragen, die meisten Agamen besitzen keine "Stimme", sie sind kaum zu Lautäußerungen fähig.

Wie alle Wirbeltiere besitzen auch die Agamen Linsenaugen.
Obwohl die Linsenaugen zu den am höchsten Entwickelten Augen zählen, sind Agamen auf Grund ihrer Augenstellung fast nur zum monokularen Sehen befähigt. Im vorderen Gesichtsfeld überschneidet sich ein kleiner Teil (25%) und ermöglicht dort ein "räumliches" (binokulares) Sehen. Einige Agamenarten besitzen mehr oder weniger bewegliche Augen, die die Tiere zu einem wesentlich größeren binokularen Sehfeld verhelfen.






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