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Die Sinnesorgane Drucken Email

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Entwicklung und Funktion der Sinnesorgane

Die Sinnesorgane sind bei den Reptilien verschieden stark ausgeprägt.
Je nach Reptilienart, haben sich die Sinnesorgane im Laufe der Evolution dem Lebensraum und der Lebensform angepasst.

Bei vielen Reptilien hat sich ein Sinnesorgan am Meisten ausgeprägt, wobei Andere (wie z. B. Geruchssinn) in den Hintergrund treten und teilweise kaum entwickelt sind.
Die Augen z. B. sind für viele Reptilienarten das wichtigste und am besten entwickelte Sinnesorgan (z. B. Chamäleons)- manche Arten können darauf vollständig verzichten (z. B. Blindwühlen).
Eine Besonderheit stellt auch das so genannte dritte rudimentäre (= zurückgebildete) Auge dar, das sich unter der Haut mittig auf der Oberseite des Kopfes befindet.
Dieses Parietalauge (= Lichtempfindliches Organ) dient als Rezeptor für Hell- Dunkel- Reize. Es stellt das Ende lichtempfindlicher Sinneszellen dar, welche im Pinealkörper (Zirbeldrüse) enden, der die direkte Verbindung zum Gehirn stellt.
Die genaue Funktionstüchtigkeit und Fähigkeit sind jedoch noch nicht vollständig geklärt. Möglicherweise spielt das Parietalauge bei frischgeschüpften Jungtieren, die sich aus der oft tiefen Eigrube, ans Tageslicht graben müssen (-> Licht und Wärme) eine bedeutende Rolle. Ausserdem nimmt man an das mit dem Parietalauge der endogene Rythmus gesteuert wird, der für Körperfunktionen wie Schlafen /Wachen, Dauer der Aufwärmphasen und die Regulation von der Körpertemparatur zuständig ist.

Bei einigen Reptilienarten ist die optische Fähigkeit recht beschränkt und hauptsächlich auf das Wahrnehmen von Bewegung und Hell/ Dunkel ausgelegt. Der Geruchsinn und das Vomeronasal- bez. Jakobson'sche Organ sind dagegen deutlich entwickelt und ausgeprägt.

Schlangenzunge

Mit der gespaltenen Zungenspitze nimmt z. B. die Schlange Geruchsstoffe auf, und führt diese zum Jakobson'sche Organ (an die Gaumendecke)
Mit der Zunge nehmen sie auch Bewegungsreize (geringste Vibrationen) war, sie dient auch als Tastsinn.

Einige Schlangenarten (Klapperschlangen, Grubenottern) besitzen auch ein so genanntes Grubenorgan, dass auf Infrarotstrahlung anspricht und den Tieren bei dem Aufspüren von Beutetieren aufgrund Ihrer Wärmeabstrahlung hilft.
Das Vomeronasal- bez. Jakobson'sche Organ spielt in der Tierwelt (aber auch beim Menschen) eine große Rolle. Das Organ sendet und nimmt Pheromone auf, was den Tieren die Möglichkeit gibt eine Gefahr vorauszuahnen, ein Territorium zu markieren oder die jeweilige sexuelle Verfassung zu übermitteln. Es gibt z. B. Insekten (Käfer) die durch ausgesendete Pheromone- über sehr weite Instanzen (einige Kilometer)- zielsicher das Paarungsfreudige Weibchen finden.
Die Pheromone sind biochemischen Botenstoffe, die durch einen passenden Chemo-Empfänger erfasst werden.

Im Laufe der Evolution, haben sich die Sinnesorgane dem Lebensraum und Bedürfnissen der jeweiligen Reptilienarten angepasst.
Z. B. die Formen der Ohren

Ohr eines Säugetieres

Ohröffnung bei Eumeces Skinken

Reptilien besitzen im Gegensatz zu den Säugetieren keine Ohrmuschel und kaum äusseren Merkmale eines Ohres.

Bei den Wühlern z. B. wird die Ohröffnung durch (3) vergrößerte kammartige Schuppen verdeckt, das verhindert das Eindringen von Bodensubstrat (Sand)

Ohröffnung einer Wasseragame

Ohröffnung von einem Leopardgecko

Die Ohren ähneln im Aufbau und in der Funktion dem aller höheren Wirbeltieren. Die zur Lautäußerung befähigten Tiere besitzen auch ein besser entwickeltes Gehör

Einige Arten (z. B. Krokodile) haben an Ihren Ohröffnungen Lappen, die sich beim Aufenthalt unter Wasser verschließen und so Eindringen von Wasser verhindern.

Das Ohr dient vielen Arten nicht nur als Instrument zur Aufnehmung von Schallwellen (akustische Signale), sondern auch zur Stabilisierung des Gleichgewichtssinns. Einige Arten (z. B. einige Gecko-, Leguan-, Agamen-, Erdchamäleon Arten) besitzen so genannte "Kalksäcken" an der Unterseite der Halsregion mit einer Kalziumkarbonatflüssigkeit das als zusätzliches statisches Organ gilt. Die höhere Entwicklung der Hörleistung einiger Arten liegt wahrscheinlich auch mit der Fähigkeit der Stimmbegabung eng im Zusammenhang.

Die Fähigkeit der Lautäußerungen sind bei vielen Reptilienarten äußerst begrenzt und beschränken sich oft nur auf Fauchen und Brummen zum Abwehren von Feinden oder als Unmutsäußerung.


Chamäleons und ihre Farbwechselfähigkeit

Chamäleons werden oft in einem falschen Licht dargestellt.
Auch heute noch haben viele falsche Vorstellungen über die Fähigkeiten der aussergewöhnlichen Tiere. Neben anderem z. B.- dass Chamäleons um sich zu tarnen, je nach Hintergrund umfärben können.
In Wirklichkeit ist die Fähigkeit des Farbwechsels begrenzt, und als Sprachersatz zu werten.
Jede Chamäleonart hat ihre eigenes Farbspektrum und eigene Farbvarianten, um ihre Stimmungen und Gemütszustände auszudrücken und anzuzeigen. Z. B. Angst, Aggression, Erregung, Paarungsbereitschaft, Trächtigkeit.







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