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Aufbau eines Reptilieneies

Die Entwicklung des beschalten Amnioten Ei's, war in der Evolution der Wirbeltiere entscheidend um unabhängig vom Lebensraum Wasser, das Land zu besiedeln.
Ca. 80% aller Reptilienarten sind eierlegend (ovipar).

Bei den oviparen Reptilienarten wird das Ei im Körper gebildet und nach einer bestimmten (artabhängigen) Trächtigkeitszeit abgelegt, die weitere Entwicklung des Embryos im Ei vollzieht sich während der Inkubationszeit des Eies.

Bei ovoviviparen (Ei- oder halb- lebendgebärend) Reptilienarten entwickelt sich der Embryo (Fötus) vollständig in einer Eihaut im Muttertier, bei oder kurz nach der Geburt befreit sich das Jungtier aus der Hülle.

Aufbau eines Reptilieneies
Alle Reptilieneier
werden von einer äußeren Schale geschützt. Man unterscheidet weichschalige und hartschalige Arten. Die Eischale besteht hauptsächlich aus Kalziumcarbonat und einer fasrigen, proteinhaltigen Unterschicht. Ihre Aufgabe ist es den Embryo vor mechanischen, mikrobakteriellen Einflüssen zu schützen, den Gasaustausch zu gewährleisten und den Flüssigkeitshaushalt zu regeln.
Zusätzlich dient die Schale (besonders die der hartschaligen Eier) den Embryos in der Entwicklung als Mineralstoffquelle.
Unter der Schale befindet sich der Eimembran.
Das netzartige Fasergeflecht bestimmt die Festigkeit der Eischale. Bauen sich die Kalkteilchen dicht, säulenartig und regelmäßig von der Eimembran auf,
ist die Eischale hart (z. B. Krokodil), entwickelt sich nur eine dünne Kalkschicht oder nur einzelne Kalkablagerungen, ist das Ei weichschalig.
Reptilieneier beinhalten einen großen Dotter, in dem wichtige Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe gespeichert sind. Der Dotter wird meist bei der Entwicklung der Jungtiere nicht vollständig aufgebraucht, und dient vielen nach dem Schlupf noch einige Tage als Nahrungsquelle.
Der Dotter wird an der Oberfläche von dem Dottermembran eingehüllt und ist vom Eiklar (Albumin) umgeben. Das Eiklar besteht aus 98% Wasser, und dient vor allem in hartschaligen Eiern als Wasserspeicher. Weichschalige Eier sind in der Lage aus der Umgebung Feuchtigkeit aufzunehmen.
Reptilieneier sind in bestimmten Entwicklungsphasen sehr empfindlich gegenüber Drehungen, da der Dotter nach der Eiablage nach unten sinkt, und der Embryo an der Oberseite des Eies festwächst.

Eibildung (Oogenese) im Muttertier
Die Eibildung (Oogenese) im Muttertier beginnt am Eierstock, der Follikel (wachsende Eizelle und mehrschichtige Follikelwand) wandert (Eisprung) weiter, reißt auf und gibt das Ei an die trichterförmige Öffnung des Eileiters (Tube) ab. In der Eileiter beginnt die Bildung des Eimembrans und der Eischale.

Entwicklung des Embryos
Sofort nach der Befruchtung im oberen Teil des Eileiters, beginnt die befruchtete Eizelle sich zu teilen. An der Oberfläche der sich teilenden Zellen bilden sich dabei Furchen. Dadurch nennt man diese Entwicklungsphase Furchung, die entstehenden Zellen Furchungzellen.
Die Furchung umfasst nur das Bildungsphlasma, der Dotter bleibt ungefurcht. In ihm bildet sich, am animalen (oberen) Pol, die Keimscheibe.
Zwischen dem Dotter und der Keimscheibe entsteht die Subgerminalhöhle, dann umwächst die Keimscheibe den Dotter.
Neben dem Dottersack werden weitere schützende Fruchthüllen gebildet (Chorion, Amnion, Allantois). Diese Hüllen schützen den Embryo vor Austrocknung , mechanischen Einwirkungen und sind wichtig für die Atmung.
Das Amnion ist eine Membran, die den Embryo umhüllt. Innerhalb befindet sich eine schleimige Flüssigkeit (Amnionflüssigkeit), die den Embryo schützt.
Der Allantoissack entsteht durch eine Ausstülpung des hinteren Verdauungstrakts des Embryos.
Die Entwicklung des Embryos beginnt bereits im Mutterleib, und setzt sich nach der Eiablage fort. Der Entwicklungsstand des Embryos bei der Eiablage bestimmt die Inkubationsdauer, die bei den verschiedenen Reptilienarten sehr unterschiedlich ist. Je nach Art kann die Inkubationszeit von einigen Tagen über einige Jahre (Ch. parsonii- 2 Jahre) reichen.

Schlupf
Der Schlupf aus dem Ei bedeutet für das Jungtier anstrengende Arbeit und eine große Umstellung der körperlichen Lebensaktiviät (Atmung).


Um aus dem Ei heraus zu kommen, müssen die Reptilien die Eischale von innen aufschneiden. Das machen sie mit dem Eizahn, oder mit der bei einigen Arten vorhandenen Eischwiele (Krokodile, Schildkröten).
Mit Hilfe der so entstandenen (oft sternförmigen) Einschnitte und den (wenn vorhanden) Extremitäten schlüpft das Jungtier zuerst mit dem Kopf aus dem Ei. Es verharrt so noch einige Stunden, um den Dotter in die Leibeshöhle aufzunehmen und von der embryonalen Atmung auf die Lungenatmung umzustellen.
Danach schlüpft es ganz aus dem Ei.
Manchmal kommt es vor, dass der Dottersack nach dem Schlupf noch nicht ganz resorbiert ist. Er wird innerhalb einiger Stunden noch ganz aufgenommen- oder trocknet und fällt ab.





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