Bradypodion fischerii Drucken
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Bradypodion fischeri- Fischers Chamäleon

Erstbeschreibung: Reichenow 1895
Herkunft: Tansania
Bewohnt die Ränder von den Regenwäldern
Kulturfolger: die umliegenden Plantagen und Gärten der Einheimische,
vorwiegend in Büschen und Bäumen, in Höhen von 800 bis 1700 m

Das B. fischeri gehört zu den mittelgroßen Chamäleonarten.
Es zählt zu den halbmontanen Arten (Nachtabsenkung!).
Die Männchen können bis 40 cm groß werden, die Weibchen nur etwa 30 cm.
Z. Z. werden zu B. fischeri 3 Unterarten anerkannt

Bradypodion fischeri fischeri (Nominotypische Form)
Bradypodion fischeri multituberculatum
Bradypodion fischeri uluguruensis


Untenstehende Arten gelten als eng verwandt- aber eigenständig

Bradypodion uthmoelleri
Bradypodion tavetanum
Bradypodion excubitor


Bradypodion fischeri mit den 3 Unterarten und den eng verwandten Arten bildet den Bradypodion- fischeri Komplex.
Die genaue Systematik über diese Form ist noch nicht vollständig geklärt.

Bradypodion fischeri multituberculatum
Bild: B. fischerii multituberculatum

Beschreibung
Das äußere markanteste Merkmal dieser Chamäleonart sind die seitlich abgeflachten, mit vergrößerten Schuppen bewachsenen, Nasenfortsätze (zählen nicht zu den „echten“ Hörnern), die den „fischeri’s“ ein freches Aussehen verleihen.
Die Nasenfortsätze bilden sich von den Rostalkanten aus, beidseitig über die Schnauze weiterlaufend, und können bis zu 2 cm lang werden.
Die Fortsätze stehen meistens parallel direkt nach vorn zueinander, es gibt aber auch Formen wo sie nach oben, von einander weg oder zulaufend stehen. Bei einigen B. fischeri’s sind die Nasenfortsätze farblich abgesetzt (gelb).


Am Kopf des Chamäleons befindet sich ein kleiner meist nach hinten spitz zulaufender Helm. Der Rückenkamm ist gut ausgebildet, besteht aus konischen Schuppen und reicht bis zum Schwanz.
Die Grundfarbe der B. fischeri’s besteht aus verschiedenen Grüntönen, Aber auch Braun, Blau, Orange, Rot, Türkis, Rosa oder Lila Töne sind vorhanden, meistens werden daraus mehr oder weniger große Flecken an den Körperseiten ausgebildet.
Die Weibchen dieser Art haben wesentlich kürzere oder gar keine „Hörner“.
B. fischeri haben eine sehr stark ausgeprägte innerartliche Aggressivität und werden deshalb einzeln gehalten. Auch die Vergesellschaftung mit anderen Reptilien ist nicht empfehlenswert, da das B. fischeri ein bekannter Echsenfresser ist.

Haltung
B. fischeri wird in einem gut belüfteten und beleuchteten Regenwaldterrarium gehalten.
Die Größe des Terrariums muss der erreichbaren Größe und der Aktivität der Tiere angepasst sein.
Wie bei allen Reptilien kann's nie zu groß, aber bald mal zu klein sein.
Luftfeuchtigkeit
Tag: 50- 70%
Nacht: bis 90%
mindestens 2x täglich gut sprühen

Temperaturen
Im Herkunftshabiat der B. fischeri wird die 30 °C das ganze Jahr nicht überschritten.
Es herrschen durchschnittliche Tagestemperaturen von 24- 28° C und eine Nachttemperaturen von 17- 20° C
Nachtabsenkungen bis 14°C kommen aber auch vor.
Im Terrarium versucht man ein Mittelmaß zu finden. Man schafft ein Temperaturgefälle von ( unten kühler) 24- 28° C,
einen Wärmespot (bis ca. 35° C) zum Erreichen ihrer Vorzugstemperatur brauchen die B. fischeri auch.
Eine Nachtabsenkung auf mindestens 20° C ist für die Gesundheit der Tiere wichtig.

Einrichtung
Die Weibchen dieser Art sind Eierlegend.
Deshalb muss man im Terrarium der Weibchen ca. 15 cm Bodengrund (z. B. Erd/ Sandgemisch) einbringen. Im Terrarium der Männchen dient der Bodengrund eigentlich nur der Optik und kann beliebig gewählt werden.
Die weitere Einrichtung des Terrariums sollte aus einer üppigen Bepflanzung (verschiedene Ficus, Palmen, Rankpflanzen, Monstera etc. Arten) und zahlreichen Kletterästen (die Stärke der Äste sollte der Greifhand des Chamäleons angepasst sein) bestehen.
Es sollte keinen Blickkontakt zu anderen Reptilien oder auch Chamäleons bestehen.

Ernährung
Alle handelsüblichen Insekten (Heuschrecken, Heimchen, Würmer)
manchmal ein Mausbaby
zusätzliche Vitamin und Mineralstoffgaben sind notwendig

Wasser wird in Form von Wassertropfen beim Sprühen von den Blättern aufgeleckt. Die meisten Chamäleons nehmen das Wasser aber auch von einer Tropftränke oder der Pipette.
Wie bei fast allen Reptilien (außer auf bestimmte Futtertiere spezialisierte Arten) sollte man darauf achten, abwechslungsreich zu Füttern um zu verhindern das die Tiere sich nur auf eine Futterart "einschießen" und letztendlich alles Futter verweigern.

Fortpflanzung
Die Paarungsbereitschaft der Weibchen erkennt man an deren Färbung (Hellgrün mit Rotem Kopf) und erstreckt sich ca. auf 7- 10 Tagen.
Zur Paarung wird das Weibchen (immer!!) in das Terrarium des Männchens gesetzt.
Das Männchen fängt beim Anblick des Weibchens sofort mit der Balz an (Nicken, Schaukeln, "Breitseite" zeigen etc.) Ist es paarungswillig, bleibt es stehen oder läuft langsam etwas weiter, und lässt sich vom Männchen besteigen. Die eigentliche Paarung dauert etwa 15 Minuten.
Ist das Weibchen paarungsunwillig verfärbt es sich Schwarz- Grün und wehrt das Männchen mit Bissen heftig ab.

Die Trächtigkeit (Gravidität) dauert etwa 47- 55 Tage. Die Weibchen nehmen mehr (hochwertige) Nahrung zu sich und bekommen deutlich mehr Umfang. Am Ende der Trächtigkeitsphase zeichnen sich die Eier an der Außenseite des Bauchraumes ab. Eine Woche ca. vor der Eiablage kann das Weibchen die Nahrungsaufnahme einstellen. Sie beginnt mit den Probegrabungen. Wenn sie die passende Stelle gefunden hat, gräbt sie ein etwa 15- 20 cm tiefes Loch und legt dort ca. 10- 20 Eier ab. Danach gräbt sie das Loch sorgfältig wieder zu.

Die Eier werden vorsichtig entnommen und ohne zu drehen, in den Inkubator überführt.
Das zeitigen der Eier ist von einigen Schwierigkeiten geprägt. Um die Eier erfolgreich auszubrüten erfordert neben einer Nachtabsenkung auf ca. 17° C, auch noch einen Temperaturanstieg nach ca. 6 Monaten. Bei gleichmäßiger Zeitigung der Eier sterben die Embryonen ab.
Die ersten 6 Monate werden die Eier (im feuchten Vermiculite) bei ca. 22° C Tagestemperatur und 17° C Nachttemperatur gezeitigt, die restliche Zeit wird die Tagestemperatur auf ca. 25° C erhöht.
Nach etwa 310 Tagen schlüpfen die Jungtiere mit einer Größe von 5- 6 cm aus.
Die Aufzucht der Babys erfolgt einzeln in kleinen Aufzuchtboxen (Aufzuchtterrarien), bei geringen Temperaturen.
Die Ernährung der Jungen erfolgt vorerst mit Kleinstinsekten (Drosophila, Mikroheimchen und Babyheuschrecken).

EDIT:
Bradipodion fischeri gehört sicher zu meinen „Lieblingsarten“.
Es ist eine sehr lebhafte und neugierige Chamäleonart, die Tiere die in meiner Obhut sind/ waren (Bradipodion fischeri multituberculatum), waren sehr aktiv, nicht sehr ängstlich (richtig unerschrocken und frech), neugierig, und nahmen Futterinsekten direkt von meiner Hand.
Ein männliches Tier stieg von seinem Fensterplatz (beim vorbei Gehen) regelmäßig auf meinen Kopf (Aussichtsplattform) und ließ sich so durch die Wohnung tragen.




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